Warum steuerte Geist Materie?
DSCF1990Weils andersrum nicht geht!
Holzbildhauer, die vor einem Trumm von einem Stamm stehen wissen das.
Die Verbindung einer Idee und das schlichte Vorhandensein  einer Tonne Materie bringt einem diese Erkenntnis.
DSCF1926Nichts ist für mich schöner - nichts unmittelbarer.DSCF3371Was mich zu dem Satz bringt den meine Oma mir beigebracht hat:
Geist steuert Materie.
Danke Oma.

 

Wege zur Skulptur

Es gibt viele Wege, eine Skulptur aus einem Stamm zu schlagen. Für mich jedoch nur zwei grundlegende:
wege 5Ein Weg ist, zielorientiert ein sorgsam erarbeitetes Stück aus dem Material herauszuarbeiten. Eine hohe Kunst.
Die andere Art ist am Weg orientiert und schließt das Material mit ein… eine Arbeitsweise, die kein „planbares“ oder zuvor genau festgelegtes Stück erlaubt.
Meine eigene Arbeitsweise ist die zweite, die am Weg orientierte Art.
Ich sehe und erfasse den Stamm, habe eine Idee oder Vorstellung von dem, was er werden soll.
Das heißt, es existiert zwischen mir und dem Stamm ein - sagen wir einmal - Verständnis.
Natürlich kann ich aus jedem beliebigen Material einen Uhu oder eine Vase herausschlagen.
Der Preis ist der, dass ich wahrscheinlich gegen das Material gearbeitet und andere Chancen und Möglichkeiten ausgeschlossen habe.
Natürlich wäre es wirtschaftlicher und effektiver, fortlaufend zu arbeiten.
Wege 2Aber: Es nähme mir die Möglichkeit, den Stamm in seinem Trocknungsprozess zu begleiten und die „Arbeit“ des Stammes zu erkennen.
Ich nenne es: ihm die "Reifezeit" nehmen.
Deshalb arbeite ich mit „Grünholz“, also frisch geschlagenen Stämmen.
Gehen wir einmal davon aus, dass Bäume wie Menschen unterschiedlicher Natur sind, dann gilt es, sie wahrzunehmen und zu unterscheiden. Zwischen einem Dachdecker, einem Kaplan und einem Komponisten gibt es schon signifikante Unterschiede…
Und wenn ich mir nicht die gleiche Liebe, Hingabe und Zeit nehme wie bei meinen eigenen Kindern - wie soll ich es dann bewerkstelligen, eine Skulptur mit dem Material zu erarbeiten?
Das wäre wie: meinem einjährigen Sohn in den Orchestergraben zu schicken, um Oboe zu spielen.
Meine Tochter, noch in Windeln, ins Cockpit eines Düsenjets zu setzen.
wege 3Mich an den Rand eines Getreidefeldes zu stellen und den Weizen anzufeuern.
Schlussendlich habe ich meinen Weg gefunden:
Ich nehme den Baum wahr. Ich erkenne ihn.
Ich sehe, was in ihm steckt.
Wir gehen den Weg gemeinsam.
Ich zolle ihm die Achtung und den Respekt, die ihm als Lebewesen und Teil meiner Welt zustehen.
Ich glaube, es ist die große Kunst der Achtsamkeit, die aus einem Stamm eine wunderbare Skulptur macht.
Schlussendlich ist es aber nur mein Weg, nicht der Weg.
Es gibt nämlich noch einen dritten, sehr kindlichen Weg: einfach loslegen und kucken, was passiert.
Und das ist auch kein schlechter Weg. Das weiß ich.

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              P.S.: Humor kann auch nicht schaden.

Skulpturen aus einem Stamm zu fertigen heißt:

Fredda Okt 08 005
Skulpturen fangen mit der Arbeit an.

Auch eine Reise von tausend Meilen,

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Skulpturen fangen mit der Arbeit an.

fängt mit dem ersten Schritt an.

Holzario15
Skulpturen fangen mit der Arbeit an.

Daraus entsteht das, was ich fertige:

creative furniture.

 

Wenn ich Skulpturen für den Außenbereich fertige, stellt sich immer wieder die Frage der Haltbarkeit, der Konservierung.
Grundlegend wichtig ist es zu wissen, dass man nicht jedes Holz Wind und Wetter aussetzen kann.
Der 3 teiler Oktober 09 1 003Wuchs und die Beschaffenheit des Stammes sind unbedingt Ausschlag gebend.
Hat man einen Stamm der einem zusagt und der geeignet ist, ist der nächste Aspekt die Art der Ausformung.
Sie ist unbedingt unbedingt dem Standort anzupassen.
Zum Beispiel, der Stamm steht absolut im Freien sollte man darauf achten das Regenwasser immer frei ablaufen kann.

Der 3 teiler Oktober 09 1 011Die Querschnitte sollten nicht zu dünn sein.

Sonst biete die geringe Materialstärke dem Wechsel von Sonneinstrahlung und Regen zu wenig an Masse entgegen
Je nach Holzart variiert diese zwischen 15 bis 35 mm an der dünnsten Stelle.

Der 3 teiler september 09 1 011Die Konservierung:
In der Regel tränke ich die Skulpturen zunächst mit einer Mischung aus Terpentin und Leinölfirnis im Mischungsverhältnis 1:1 erstmalig; in Folge  im Verhältnis 1:2 zweimalig.
Diese Methode erfordert ein gewisses Gefühl für das Holz, denn der Sättigungsgrat und wann ich welches Mischverhältnis anwende variiert.
Die letzten "Ölungen" sind maßgeblich für die Oberfläche und Beschaffenheit des Holzes.
Hat man fein geschliffen und eine sehr glatte Oberfläche werden 2 Endölungen vorgenommen die anteilig mit Parkettöl versetzt sind.
Die letzte Ölung besteht meist lediglich aus Parkettöl.

Das Ergebnis ist eine Konservierung die die Maserung und Strahlkraft des Holzes erhält, ja sogar hervorhebt.
Die eine große Eindringtiefe hat die jeder aufliegenden Lasur oder Lack überlegen ist und die Haptik des Holzes erhalten hat.

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