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Egal was ich auch tue, egal welche Gedanken ihren Weg durch den Raum zwischen meinen Ohren ihren Platz einnehmen.
Höre ich auf mein Inneres, macht es Spaß, bringt meine Füße zum wippen und mein Gemüt hüpft.
Ich kann also getrost, egal ob ich in Sachen Kampfkunst, meinen Holzarbeiten oder anderen Dingen unterwegs bin, meinereiner Vertrauen.
Oder, wie Oma immer sagte: "Jung, wenns de was wissen willst, gehe zur Selbstberatung."

 

Meister und Orden 2

Warum es für mich keine Auszeichnungen, Spangen, Orden oder Gürtel gibt hat einen ganz einfachen und plausiblen Grund: Es macht für mich einfach keinen Sinn.

Es bezieht sich auf Dinge die in der Vergangenheit liegen und keine Aussage über da sind was aktuell ist.
Nehmen wir als Beispiel dafür einen Handwerksmeister.
Ist er ein Meister seines Handwerkes, weil ein Stück Papier erworben hat, worauf steht das er das ist, oder weil er meisterliche Handwerksarbeit vollführt?
Oder weil er Tag für Tag, Stunde für Stunde, all sein Können wieder auf den Prüfstand stellt?
Was ist mit dem Träger eines schwarzen Gürtels der nicht mehr übt?
Oder einen Helden, der vor geraumer Zeit  eine heldenhafte Tat beging?
Tatsächlich hat jemand in einem Augenblick seines Lebens vor anderen Menschen sein Können oder eine bestimmte vorgeschriebene Leistung dokumentiert, oder in der Vergangenheit eine von uns als besonders eingestufte Tat begangen.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Der Handwerksmeister kann zur Schlampe, der Schwarzgurtträger zum dicken Trinker und der Held zum Maulheld mutiert sein.

Für mich ist meisterliche Leistung die, die man in diesem Augenblick handelt und lebt.
Sie steht in jeder Sekunde des Lebens auf dem Prüfstand und muss immer wieder, mit jedem Atemzug in jeder Situation erarbeitet werden.
Meisterschaft zeigt sich im Handeln, im Leben.
Zu dem ist es für mich aus meinem Verständnis eben dir große Kunst immer Schüler zu bleiben  um wahrlich Meister zu sein.

Ein Kampfkunstmeister ist also tatsächlich ein sehr aufmerksamer Schüler der in jedem Moment seines Lebens das übt, lebt und praktiziert.
Der jede Übung jeden Tag aufs Neue angeht und nicht die Formen abarbeitet sondern sie immer wieder erarbeitet und weiterführt.
Im Bewusstsein dessen was er gerade tut, in aller Demut des Augenblickes .

Es ist  eben so wie in dem Film Karate Kid in dem der Lehrmeister, Mr. Myagi sagt: "Gürtel ist da um zu halten Hose fest".

Geduld ist .......
Geduld ist ..........

Ein großer Kampfkunstmeister und Philosoph schrieb einmal: "Geduld ist die Kunst, langsam wütend zu werden.".
Beim Lesen dieses Satzes musste ich zunächst lachen.
Und im Laufe der nächsten Stunden vergaß ich ihn sogar, zumindest vordergründig.
Dieser Satz war wie die Saat eines Bauern, wie ein Samen in der Ackerkrume, der sich langsam aber sicher wieder als Frucht an den das sonnige Tageslicht hinauf bewegt.
Da war viel, sehr viel mehr in diesem Satz.
Unglaublich viel mehr.
In der Auseinandersetzung nicht gleich los zu poltern und drauf los zuschlagen.
Was heißt einfach sich selbst zu beobachten und zu kontrollieren.
Und damit vieleicht einen anderen Weg zu finden, als blindlings zu verletzen  und  damit letztendlich den Kampf zu verlieren.
Sondern optional vielleicht sogar die Faust, die sich gerade auf den Weg zum Gesicht des Gegenübers macht, zu öffnen und sich zu einem versöhnlichen Handschlag weiter unten wieder zu finden.
Für mich ein gewonnener Kampf.