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"Ich weiß wo`s langeht".
Sätze wie diesen habe ich schon gehört als ich einen Hocker brauchte um in meine Schultüte zu schielen.
Sagte und sagt immer Jemand der die Buchstaben in der Buchstabensuppe in der Reihenfolge des Alphabetes isst.
Leute die Pudelmützen bügeln und schon bei gelb an jeder Ampel stehenbleiben.
Größeren Quatsch, so meine Weisheit Heute, gibt es nicht.
Jede Schnecke, jeder Meteorit und jeden jede Darmzotte hat ihren eigenen Wege.
Alles und jedes ist einzigartig in seinem Sein und seinem Anspruch darauf.
Kein noch so in Vollkommenheit beseelter Guru, kein Kaiser oder Kanzler ist in der Lage dem Anderen den Weg zu weisen.
Und weise, liebe Mitmenschen, weise ist Keiner.
Nur die liebe Bequemlichkeit bringt uns immer wieder dazu einen Supersausonderschlauen auszurufen der einem den „richtigen“ Weg weist.
Doch wie Oma selig immer spruch: "Kluge Leute gehen - dumme Leute folgen."

Danke Oma.

 

 

 

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Es passiert meist beim Frühstück.

Der beste Sohn von allen Söhnen, die liebwerteste Tochter aller fragt "Papa, wie lange dauert ein Augenblick"?
Ein für mich verstörender Augenblick.
Deja vu.
Ich bin wieder am Küchentisch meiner Oma und schlürfe, die Beine baumelnd warmen Kakao.
Die gleiche Frage vor gut 54 Jahren.
Oma hielt damals, am Herd kochend, nur kurz inne und wand ihre klugen grauen Augen zu ihrem Enkel.
"Jung, dat kann dauern".
"Moment mal", Omas Stimme halt noch nach im Gemüt.
"Na ja", gebe ich schließlich mit möglichst wichtiger Miene von mir.
"Der Längste, mir bekannte Augenblick fing bei meiner Geburt an.
Der Kürzeste war der als ich eure Mutter zu ersten Mal sah."
Omas Antworten waren stets knackiger, in diesen Augenblicken.